Archiv für den Monat: Juli 2002

In den vergangenen zwei Tagen habe ich in einer Kiste mit alten K7en gekramt. Was man dort neben alten Hörspielkassetten an musischen Genüssen findet, darf man eigentlich gar keinem erzählen. ;-) Einige ausgewählte Fundstücke seien dennoch in Ausschnitten erwähnt:
Wie romantisch aus einer Schulaufführung. Folgendes Schätzchen wurde von mir auf dem Flohmarkt erstanden. Gesungen wird von Berliner Originalen. Groovy, …diese liebliche Stimme aus ihrem süßen Munde & Richtig fetzig. Der Choreinsatz bringt’s. Zum Schluß aus der Bühnenversion von EinsZweiDrei. So schöööön.
Momentan bin ich übrigens am Grübeln, ob ich mir die fehlenden 5 Freunde, ??? und TKKG- Folgen aus der Bücherei ausleihen soll?!?

Oh ja, RTL wiederholt alle 88 Folgen von Knight Rider mit Dauerwellenheld Michael Knight und seinem Wunderauto, dem Knight Industries Two Thousand. :-) Ab 11. August geht’s immer sonntags um 16:45 Uhr ab in die 80er. Jippy

Frachtflugzeug gesucht – Probleme, die ein Auslandssemester so mit sich bringen

„Waaah! Mein Koffer wiegt 31 kg!!! Bei 20 erlaubten Kilo! Dabei ist da nur Kleidung drin! – Jetzt habe ich ihn um drei Kilo erleichtert, die in mein Handgepäck gewandert sind. Ob es auffällt, wenn ich zwei je zehn Kilo schwere Handgepäckstücke mit ins Flugzeug nehme??? (Samt meinem elegant über den Arm geworfenen Wintermantel…) Ob man bei Flugzeugen Gepäckanhänger montieren kann?? Hat jemand von Euch Erfahrung mit Ãœbergewicht (gepäckmäßig gesehen)? Ich meine, bei British Airways wird das durch die ganzen Geschäftsleute ohne Gepäck ausgeglichen – aber bei Buzz? Vielleicht ist mein Flugzeug am Ende zu schwer zum Abheben, und wir bleiben im märkischen Sand stecken…
Viele Grüße von der packgestreßten Katharina!“

Berlin muß wissen – Berliner Heimatforscher 1943

So beginnt eine Geschichte: In einem Kreuzberger Antiquariat finde ich bei den Berlin-Büchern den Titel „Berlin 1900“ von Hans O. Modrow, eine Veröffentlichung von 1936. Ich hätte das Buch nicht gekauft, wären nicht vorne auf den ersten leeren Seiten 25 kleine Zeitungsausschnitte eingeklebt: „Artur-Fleischer-Führungen“. Handschriftlich und mit Bleistift wurde auf manchen Zetteln die Jahreszahl eingefügt: 1942. 1943. Dann auch: 1946. 1954. […]
Es ist Krieg. Die  Stadt erlebt immer mehr und immer stärker Bombenangriffe; in der Nacht vom 22. zum 23. November wird die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße (in den Akten vermerkt als Heeresbekleidungsamt) schwer getroffen. Während der angezeigten Führungen am 14. März und am 17. April stand das Gebäude noch. Was hat Artur Fleischer seinen Gästen bei der Führung erzählt? […] Joachim Schlör

Artur-Fleischer-Führung (17. April 1943): Sonnabend, 17. April: Um 15.30 Uhr Chausseestraße 1. Rund um das Oranienburger Tor mit den Erinnerungen an das alte Studenten- und Maschinenbauerviertel. Zu den Gräbern von Schinkel, Rauch, Borsig, Ravené, Madame Dutitre; durch eine Hugenottensiedlung und eine Gardekaserne.

Artur-Fleischer-Führung (2. Mai 1943): Sonntag, 2. Mai: Um 14 Uhr Monbijouplatz. Preußische Geschichte und Maienblüte im Schloßpark Monbijou. Innenbesichtigung der Sophienkirche mit Kirchhof (Zelter, Ranke, Karschin, Buchholtz) und des Domkandidatenstiftes; durch die Mulackstraße zum Offiziersgarnisonsfriedhof Linienstraße (Lützow, v. Werder, Frommel). Abfahrt Bhf. Steglitz 13.20 Uhr bis Bhf. Oranienburger Straße).

Liebe Seminarteilnehmer,
ich möchte mich nach der gestrigen Exkursion auf diesem Wege bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, daß aus einer seltsamen Idee ein – wie ich finde – recht erfolgreiches Seminar geworden ist. Und weil’s gestern so verregnet war und am Ende schnell gehen mußte, bedanke ich mich besonders bei der Arbeitsgruppe, die die Führung vorbereitet und organisiert hat. Der simple Trick mit dem schwarzen Jackett (mit Blume) und dem Hut hat genau die „Verwandlung“ besorgt, die uns Berlin als doppelbödige Stadt, als „Palimpsest“ vorführt: Wir sind mit einem merkwürdigen Menschen namens Artur Fleischer durch die Stadt gegangen, der – „an einem Tag im Jahr 1943“ – eine Gruppe von Menschen durch eine Stadt führte, die es kurz darauf nicht mehr so geben sollte. Er hat damals ganz offensichtliche Realitäten ausgeblendet – die Führung hat diese Lücken gefüllt, immer wenn Jackett und Hut wieder abgelegt wurden. Dafür waren auch die Recherchen der Arbeitsgruppe zum jüdischen Schicksal 1943 wichtig und eine sinnvolle Ergänzung; gerade der Besuch in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt hat die Gleichzeitigkeit der Ereignisse deutlich gemacht.
Wir wissen viel mehr über Artur Fleischer, als ich anfangs zu hoffen wagte; die Funde der „Fleischer-Gruppe“ sind wirklich bemerkenswert, und die von der Gruppe geleistete Recherche ist außerordentlich beeindruckend. Wir wissen auch mehr über diesen einen Tag, diesen einen zeitlichen Ausschnitt aus einer Zeit, die uns sonst als Monolith aus den Geschichtsbüchern entgegenkommt und sich jetzt in Details vieler verschiedener Lebenswege und Lebensformen unter der Diktatur wie ein Mosaik darstellt.
Die Ergebnisse werden wir in einer Broschüre zusammenfassen […] Schöne Ferien wünscht
Joachim Schlör

Führungsbuchungen unter stadtbilderlaeuterer@tigerschlupp.de

Nein, nicht nur, daß ich heute verträumt eine Station zu weit mit der S-Bahn bis zum Lehrter Bahnhof gefahren bin, wo muß ich auch noch bei strömendem Regen aussteigen? Selbstverständlich in dem Teil, wo das Glasdach noch nicht fertig ist. :-(

Gestern Abend war ich bei einer außergewöhnlichen Musikveranstaltung anwesend: Technodisko für Gehörlose. Ein sehr interessantes Erlebnis; besonders für die Augen. War übrigens eine von vier Konkurrenzveranstaltungen des Abends anläßlich der Loveparade.

Jetzt neu bei der Bahn

Noch vor der Einführung des neuen Tarifsystems erweitert die Bahn ihre Leistungspalette. Neben Verspätungen auf Grund von Oberleitungs- oder Personenschäden, Weichenstörungen und Schneegestöber seit dieser Woche auch verzögerte Vorleistung im Angebot. Und das alles ohne Aufpreis!

Europride 2002

MERKE(L)! WIR LASSEN UNS NICHT beSTOIBEnWer gerne einen chronologischen Ablauf der Geschehnisse lesen möchte, mache sich bei Basti kundig. Ansonsten empfehle ich allen, die es nicht bereits getan haben, die Nase in die Textlichkeiten im „offiziellen“ Europride-Tagebuch von tOrStEn zu stecken. Für den, der dann immer noch nicht genug hat, hier nun mein Bericht:
Mit dem Zug ICE *proll* ging es zusammen mit Stars und Sternchen (Laurent Daniel, DJ Chrizz T., dem Moderator von AndÉ™rstrend….) am Donnerstag auf nach Köln. Am Bahnhof wurden wir gebührend von Basti & Basti transparent-, jubel- und phototechnisch in Empfangen genommen. Welch smarte Begegnung (Insider!) Ab diesem Zeitpunkt, und beim ersten Gang durch die „Altstadt“ und über das Stadtfest, wurde man das Gefühl nicht mehr los, die gesamten Einwohner seien ausnahmslos homophil. *sabber*
Einquartiert waren wir über das verlängerte Wochenende übrigens bei Torsten und oben genanntem Basti, in deren Wohnung wirklich jeder m² gästetechnisch ausgelastet war. Noch mal ein riesiges Dankeschön!
Den Partyhöhepunkt der fünf Tage bildete die Kings & Queens im H90 inklusive einem kurzen Abstecher ins Tiefenrausch. Zweitgenannter Laden ist richtig edel und plüschgemütlich. Leider waren die Gäste a) nicht halb so schick, wie die Einrichtung und b) ich wage es kaum zu sagen, heterosexuell. Als die anderen im H90 schon mehr oder weniger fertig in den Ecken lagen, quatschte mich eine wirklich sympathische und gutaussehende Schnitte an. Und was habe ich gemacht? Mir nicht einmal die Telephonnummer geben lassen. Aaargl!
Zum Umzug am Sonntag sicherten wir uns ein Plätzchen in der Schildergasse. Bei diesem Anlaß wird meiner Meinung nach in der Heimat mehr gerockt. In der Domstadt geht man eher CSD schauen; vielleicht auch, weil es zum Mitlaufen in den kleinen Gassen einfach zu eng ist. Dafür gab es mehr Wagen, und insgesamt waren die Teilnehmer des Umzuges etwas aufwendiger und bunter aufgemacht. Schick sind wohl momentan Kostüme mit vielen bunten Federn, wie in Rio. In Berlin gab es übrigens die cooleren Giveaways.
Am späten Nachmittag war die große Abschlußkundgebung mit dem Organisator, dem OB und dem begeistert gefeierten Joschka F. angesagt. Bei dieser Gelegenheit seien die Dolmetscher für Gehörlose erwähnt, die auf allen Bühnen präsent waren. Wirklich spannend anzuschauen, und, wie ich finde, eine tolle Idee.
Insgesamt sollen bis zu 1,4 Millionen Besucher in der Domstadt gefeiert haben. „Op dem Maat, op dem Maat, stonn die Buure, decke Eier, fuhle Prumme, lange Muhre…“ Nu sind wa „breit vom Europride“. (Zitate von: da fehlen mir die Erinnerungen.)